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Instandhaltungsarbeiten: Vorsicht bei der Störungsbeseitigung

Dienstag, 23. November 2010 um 10:11

Instandhaltungsarbeiten: Vorsicht bei der Störungsbeseitigung

Oft bergen Instandhaltungsarbeiten eine besonders hohe Unfallgefahr. Der Grund: Bei der Ermittlung und Beseitigung von Störungen an Maschinen / Anlagen können Risiken häufig nicht kalkuliert werden, weil es zu nicht vorhersehbaren Situationen kommt. Deswegen gelten hier besondere Schutzmaßnahmen.

Schutzmaßnahmen bei Instandhaltungsarbeiten

Die Tücke bei der Störungsbeseitigung (von Bewegungen und Abläufen) ist, dass nicht an einer abgeschalteten, sondern an der laufenden Maschine / Anlage gearbeitet werden muss, um Unregelmäßigkeiten in Arbeitsabläufen erkennen zu können. Deshalb müssen bei Instandhaltungsarbeiten zwingend folgende Schutzmaßnahmen eingehalten werden (Reihenfolge beachten!):

  1. Arbeiten nur bei Stillstand der Maschine / Anlage durchführen
  2. Schutzeinrichtungen bleiben wie im Normalbetrieb
  3. Verwenden Sie spezielle Zusatzeinrichtungen (Beispiel: Zustimmungstaster; Der Zustimmungstaster ermöglicht nur in seiner Mittelstellung einen Betrieb der Maschine, im Gefahrenfall kann der Bediener sowohl durch Durchdrücken als auch durch Loslassen des Zustimmungstasters die Maschine stoppen.)
  4. Besondere Maßnahmen (Beispiel: Personal mit hoher Qualifikation einsetzen)

 

Unfallbeispiel

Ein Betriebselektriker eines großen Maschinenbauunternehmens sollte eine Fehlermeldung überprüfen, die am Werkzeugwechsler eines Bearbeitungszentrums auftrat. Dieses war durch eine feste Verkleidung mit Türen gesichert. Um den Fehler zu erkennen, musste der Elektriker in die Maschine klettern, um den Werkzeugwechsler sehen zu können. Sein Fehler war: Er hatte nicht daran gedacht, dass der Werkzeugwechsler Bewegungen ausführen kann obwohl die Achsantriebe der Maschine abgeschalten waren.

Der Elektriker hat dann voraussichtlich selbst einen Impuls ausgelöst, der zur Bewegung des Wechslers geführt hat, wodurch der Elektriker zwischen Wechsler und Spindel eingeklemmt wurde. Die Folgen: Schwere Quetsch- und Schnittverletzungen.

Fazit: Dem Betriebselektriker mangelte es mit Sicherheit nicht am notwendigen Fachwissen, nur der Zeitdruck, der bei Instandhaltungsarbeiten oft auftritt, da ein Stillstand der Maschinen immer ein Verlust für das Unternehmen bedeutet, hat ihn unvorsichtig werden lassen und so hat er seine eigene Sicherheit vernachlässigt.

Quelle: VMBG/kab

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