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Anforderungen an Befähigte Personen gestiegen

Donnerstag, 9. September 2010 um 09:09

Anforderungen an Befähigte Personen gestiegen

Mit der Zusammenfassung früheren Einzelteile der TRBS 1203 „Befähigte Personen“ zu einer einzigen TRBS sind die Anforderungen an Befähigte Personen weiter gestiegen. Gut für Sie zu wissen, was sich gegenüber der alten Fassung verändert hat. Augenscheinlich ist die Veränderung der neuen TRBS gegenüber der alten sofort erkennbar: Aus vier Teilen wurde eine einzige ungeteilte TRBS 1203. Inhaltlich wurde die TRBS 1203 allerdings erweitert. Gab die frühere Fassung der TRBS 1203 noch weiten Spielraum, was die Qualifikation und Bennenung betraf, sind heute klarere Regelungen und Vorgaben gegeben. Neue TRBS 1203 – Was ist neu? Die Grundlegenden Änderungen haben wir für Sie zusammengefasst:

  • Befähigte Personen müssen „zuverlässiges Verständnis sicherheitstechnischer Belange“ besitzen und in der Lage sein, über eine einzelne Prüfung hinaus auch die sicherheitstechnischen Auswirkungen der Prüfergebnisse zu beurteilen. 
  • Allgemeine Berufserfahrungen reichen ab sofort nicht mehr aus. Die in der neuen TRBS 1203 geforderten Berufserfahrungenmüssen genau auf dem Gebiet erworben worden sein, auf dem die Prüfungen stattfinden sollen.
  • Eine Befähigte Person muss beurteilen können, welche Prüfverfahren für welche Prüfungen geeignet sind und welche Gefährdungen hierbei bestehen. Daher wird als Voraussetzung für eine Befähigung eine nicht näher definierte Anzahl von Prüfungen gefordert, in der die Befähigte Person alle notwendigen Kenntnisse und Erfahrungen unter Beaufsichtigung eines erfahrenen Prüfers erwirbt. 
  • Ein absolviertes Studium gilt als abgeschlossene Berufsausbildung

Neue TRBS 1203 – Was ist zu tun? Die neuen konkretisierten Anforderungen an die Berufserfahrung und Qualifikation der Befähigten Person bedeutet derzeit für alle Betroffenen die Überprüfung des eigenen Fortbildungsbedarfs hinsichtlich der geforderten beruflichen Grundqualifikation, der Fachkenntnisse und der vorhandenen Prüferfahrungen. Eine Überprüfung der Anforderungen mit den Vorgaben der neuen TRBS 1203 z. B. kann ergeben, dass erforderlichenfalls

  • die Ernennung einer Befähigten Person zurückgenommen werden sollte, wenn die verschärften Anforderungen nicht erfüllt und die erforderlichen Fachkenntnisse durch Nachschulungen nicht erworben werden können.
  • die Durchführung der Prüfungen verteilt werden sollte, wenn die derzeitige Befähigte Person die durchzuführenden Prüfungen zu selten durchführt und somit nicht die notwendige Berufserfahrung mitbringt.

Weiter Informationen zu den Auswirkungen der neuen TRBS 1203 „Befähigte Personen“ sowie zur erforderlichen Berufsausbildung, Berufserfahrung und zeitnahen beruflichen Tätigkeit sind im „Sicherheitshandbuch Elektrosicherheit“ enthalten.

kab – 08.09.2010

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