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Achtung: Nicht jede „BGV A3-Prüfung“ gilt als Prüfung gem. BetrSichV!

Freitag, 27. Juli 2012 um 13:07

Achtung: Nicht jede „BGV A3-Prüfung“ gilt als Prüfung gem. BetrSichV!

Die BetrSichV und die BGV A3 regeln die notwendigen Qualifikationsanforderungen für die Prüfungen ortsveränderlicher oder ortsfester elektrischer Arbeitsmittel. Dabei sieht die BetrSichV weitere, schärfere Einschränkungen als die BGV A3 vor: Nicht jede Prüfung nach BGV A3 gilt daher auch als Prüfung gem. BetrSichV.

Das Arbeitsschutzrecht bestimmt, dass die Prüfungen ortsveränderlicher oder ortsfester elektrischer Arbeitsmittel nach §3 und § 10 BetrSichV und nach § 5 der BGV A3 durchzuführen sind.

Laut Betriebssicherheitsverordnung ist der Arbeitgeber für die Organisation der Prüfung der verwendeten Arbeitsmittel zuständig. Einerseits hat er die Pflicht, Prüfart, Prüfumfang und Prüffristen zu ermitteln. Andererseits liegt es in seinem Verantwortungsbereich zu ermitteln und zu bestimmen, welche Voraussetzungen die mit der Prüfung beauftragten Personen erfüllen müssen. Die genaueren Qualifikationen und Anforderungen zur Prüfung legen die o.g. Regelwerke fest – mit unterschiedlicher Schärfe.

Prüfungen von elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln können laut BGV A3 nur von Elektrofachkräften oder unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft (z. B. durch eine elektrotechnisch unterwiesene Person) durchgeführt werden.

Sollen die Prüfungen nach BGV A3 aber auch als Prüfungen nach § 10 BetrSichV gelten, dürfen sie ausdrücklich nur durch befähigte Personen durchgeführt werden. In den §§ 2, 10, 14, 15 und 17 sowie im Anhang 4 Abschnitt A Nr. 3.8 der BetrSichV und in der Technischen Regel für Betriebssicherheit – TRBS 1203 „Befähigte Personen“ werden die Anforderungen an den Prüfer konkretisiert.

Beauftragt der Arbeitgeber eine betriebsinterne oder betriebsexterne Elektrofachkraft ohne Befähigung im Sinne der BetrSichV mit der Prüfung der unternehmenseigenen elektrischen Arbeitsmittel gem. § 10 BetrSichV, muss er im Fall einer Überprüfung oder eines Unfalls mit Konsequenzen und Rechtsfolgen rechnen.

Die notwendige Qualifikation für eine Befähigung können Mitarbeiter, die eine abgeschlossene elektrotechnische Ausbildung besitzen und über Erfahrungen im Umgang mit elektrischen Arbeitsmitteln und Prüfgeräten verfügen z. B. mit der Teilnahme am 2-tägigen Praxisseminar erwerben:

Erwerb der Qualifikation zur befähigten Person für die Prüfung elektrischer Arbeitsmittel – eine Veranstaltung der FORUM VERLAG HERKERT GMBH
E
rhalt der erforderlichen Fachkenntnisse gem. BetrSichV – eine Veranstaltung der FORUM VERLAG HERKERT GMBH

Die erforderlichen Kenntnisse werden mit praktischen Messübungen untermauert und die erworbenen Kenntnisse mit einer Lernerfolgskontrolle verfestigt. Nach erfolgreich abgeschlossener Lernerfolgskontrolle schließt das Seminar mit einem schriftlichen Qualifikationsnachweis ab, welcher jedem Arbeitgeber als Grundlage für die Befähigung dient.

PDF-Download: Qualifikation zur befähigten Person für die Prüfung elektrischer Arbeitsmittel

Weitere Informationen finden Sie hier.

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