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Stromunfälle: So verhalten Sie sich als Ersthelfer richtig!

Dienstag, 24. April 2012 um 13:04

Stromunfälle: So verhalten Sie sich als Ersthelfer richtig!

 

Stromunfälle können jederzeit und ohne Vorwarnung passieren. Egal ob der Auslöser eine defekte Maschine oder Anlage ist oder bloße Unachtsamkeit – die Folgen sind in den meisten Fällen verheerend. Um als Ersthelfer angemessen und schnell reagieren zu können, sollten  Sie einige wichtige Hinweise beachten…

 

Stromunfälle werden in zwei Kategorien unterteilt. Von Niederspannungsunfällen spricht man bei einer Voltzahl von bis zu 1.000 Volt. Sobald die Stromstärke über 1.000 Volt liegt, handelt es sich um Hochspannungen.

Bei einem Stromunfall wird der menschliche Körper Teil eines geschlossenen Stromkreises. Man spricht deshalb von Durchströmungsunfall. Berührt man z. B. zwei blanke Leitungen, zwischen denen Spannung liegt, oder fasst man eine blanke Leitung und die Erde an, wenn der Sternpunkt einer Drehstromanlage geerdet ist, kann es zu einem Stromunfall kommen.  Gefährlich ist allerdings nicht nur die direkte elektrische Durchströmung des Körpers. Auch Verbrennungen, beispielsweise durch verdampfendes Metall bei einem Lichtbogen, können lebensgefährlich sein. Wie schwerwiegend ein Stromunfall sich auswirkt, hängt wesentlich von der Stromstärke und von der Einwirkzeit ab.

 

So erkennen Sie einen Stromunfall

  • Muskelverkrampfung, solange die Stromeinwirkung besteht
  • „Strommarken“: An den Stromeintritts und -austrittsstellen entstehen beim Durchströmen des Körpers Verbrennungen mit Brandwunden
  • Unter Umständen kommt es zur Bewusstlosigkeit und Herz-Kreislauf-Stillstand
  • Hochspannungsunfall: Schwere Verbrennungen und langanhaltende Bewusstlosigkeit

 

Erste Hilfe nach Stromunfällen

Das Wichtigste nach einem Stromunfall sind ein sofortiger Notruf und die Eigensicherung des Helfers.

Unbedingt beachten: Bei Hochspannungsunfällen muss die Rettung ausschließlich durch Fachpersonal erfolgen! Kein Unbeteiligter darf sich der Unfallstelle nähern!

 

Niederspannungsunfall

  • Eigenschutz geht bei Stromunfällen vor! Den Verunglückten nicht berühren. Zuerst muss der Stromkreis unterbrochen werden. Solange der Verunglückte mit der Stromquelle verbunden ist, steht er unter Strom, und auch dem Helfer droht Stromschlaggefahr.
  • Falls es gefahrlos möglich ist, Gerät oder Sicherung ausschalten bzw. Stecker ziehen. Gelingt die Unterbrechung des Stromkreises nicht, kann man versuchen, den Betroffenen von der Stromquelle wegzuziehen. Dabei den Verunglückten niemals direkt mit den Händen anfassen! Versuchen Sie, den Verunglückten mit isolierenden Materialien von der Stromquelle zu trennen, ohne sich selbst zu gefährden

Erst danach folgen die weiteren Schritte der Rettungskette:

  • Erste Hilfe
  • Bergung

Wichtig: Jeder Stromverletzte muss, auch wenn er äußerlich unverletzt erscheint und bei vollem Bewusstsein ist, ins Krankenhaus gebracht werden, um Herzrhythmusstörungen auszuschließen.

 

Hochspannungsunfall

Unfälle im Hochspannungsbereich (über 1.000 Volt) sind zum Glück selten, enden aber in über der Hälfte der Fälle tödlich.

Als Ersthelfer dürfen Sie hier nur  zwei Dinge tun:

  • Von der Unfallstelle fernhalten (Mindestabstand 10 bis 15 Meter). Vorsicht: Der Strom springt in Form eines Lichtbogens auf Personen, die sich nähern, über.
  • Sofort den Notruf verständigen. Erste Hilfe-Maßnahmen und Bergung bleiben immer und ausschließlich den zuständigen Fachleuten vorbehalten.

Quelle: BG RCI.magazin/DRK/rd/sifa-news.de

 

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