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Befähigung zur Prüfung elektrischer Arbeitsmittel – das ist notwendig!

Dienstag, 5. März 2013 um 10:03

Befähigung zur Prüfung elektrischer Arbeitsmittel – das ist notwendig!

 

In der Praxis wird eine abgeschlossene elektrotechnische Ausbildung vielfach mit der Berechtigung zur Prüfung elektrischer Arbeitsmittel gleichgesetzt. Dies ist falsch. Allerdings können die Qualifikationsanforderungen zur Prüfung elektrischer Arbeitsmittel und damit zur Befähigung von Personen mit abgeschlossener elektrotechnischer Ausbildung problemlos erworben werden.

Für eine Reihe von Prüfungen gem. § 10 Betriebssicherheitsverordnung fordert der Gesetzgeber die Prüfung durch eine befähigte Person zur Prüfung elektrischer Arbeitsmittel. Grundvoraussetzung für eine Befähigung ist dabei eine abgeschlossene elektrotechnische Ausbildung. Die BetrSichV und die Technische Regel für Betriebssicherheit, TRBS 1203, stellen allerdings klar, dass dies alleine nicht für eine Befähigung ausreicht.

Welche Voraussetzumngen werden an eine befähigte Person zur Prüfung elektrischer Arbeitsmittel gestellt?

Eine befähigte Person im Sinne der BetrSichV gem. § 2 Abs. 7 ist eine Person, die

  • durch Ihre Berufsausbildung
  • durch Ihre Berufserfahrung und
  • durch ihre zeitnahe berufliche Tätigkeit

über die erforderlichen Fachkenntnisse zur Prüfung der Arbeitsmittel verfügt.

Hierzu gehört die Verpflichtung, die Kenntnisse zum Stand der Technik und Normung im Hinblick auf die zu prüfenden Arbeitsmittel und die zu betrachtenden Gefährdungen, z. B. durch Teilnahme an Schulungen, aufrechtzuerhalten. Diese Forderung deckt sich mit der bereits in der Durchführungsanweisung zu §  5 BGV A3 geforderten selbstständigen Weiterbildung für Elektrofachkräfte.

Hieraus wird schnell klar, dass eine Elektrofachkraft den Status einer Elektrofachkraft verlieren kann. Gleiches betrifft die ausdrückliche Befähigung zur Prüfung elektrischer Arbeitsmittel.

Jeder Arbeitgeber hat gem. § 3 Abs. 2 BetrSichV für seine Arbeitsmittel die notwendigen Voraussetzungen selbst zu ermitteln und festzulegen, die Personen erfüllen müssen, die mit der Prüfung oder Erprobung von Arbeitsmitteln zu beauftragen sind. So sind es oft die fehlenden oder nicht ausreichenden Qualifikationsanforderungen, die im Ernstfall zu rechtlichen Folgen bis hin zu Regressforderungen der Berufsgenossenschaften führen. Sollte sich herausstellen, dass eine mit der Prüfung befähigte Person nicht die Anforderungen der TRBS 1203 und von § 2 Abs. 7 der BetrSichV erfüllt, so können hieraus schnell unabsehbare Folgen entstehen, spätestens, wenn die Berufsgenossenschaft eine Überprüfung vornimmt.

Um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt es sich, neben dem Nachweis einer abgeschlossenen elektrotechnischen Ausbildung auch einen Qualifikationsnachweis zum Erwerb der Fachkunde und Qualifikation zur befähigten Person für die Prüfung elektrischer Arbeitsmittel zu erwerben. Dieser erworbene Qualifikationsnachweis kann dem Arbeitgeber dann zum Nachweis als Grundlage für die Befähigung dienen.

Für den Erwerb der Qualifikation zur befähigten Person empfehlen wir allen, die über eine abgeschlossene elektrotechnische Ausbildung verfügen, die Teilnahme an der zweitägigen Schulung „Erwerb der Qualifikation zur befähigten Person für die Prüfung elektrischer Arbeitsmittel“. Egal ob zum Erwerb oder zum Erhalt der Qualifikation: Am Ende der Schulung und nach bestandener Lernerfolgskontrolle erhalten alle Teilnehmer den begehrten Qualifikationsnachweis über die erforderliche Fachkunde in Theorie und Praxis für die Befähigung zur Prüfung elektrischer Arbeitsmittel.

Mehr Information hierüber erhalten Sie hier.

 Eine Veranstaltung der FORUM VERLAG HERKERT GMBH

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